Statistik zu Scheinausschreibungen: Laut einer Studie von ResumeUp.AI ist wahrscheinlich mehr als jede vierte Stellenanzeige in den USA ein „Ghost Job“

Eine neue Studie von ResumeUp.AI zeigt, dass es sich bei jedem vierten Stellenangebot auf LinkedIn wahrscheinlich um eine Scheinstelle handelt, bei der keine Absicht zur Einstellung besteht.

Zusammenfassung: ResumeUp.AI hat über 980.000 LinkedIn-Stellenanzeigen in zehn US-Metropolen sowie in Kanada, Großbritannien und Australien analysiert. Das Ergebnis: 27,4 % der US-Anzeigen – mehr als jede vierte – waren länger als 30 Tage online, ohne dass Anzeichen für eine aktive Personalsuche vorlagen. Das entspricht dem typischen Muster von Schein-Stellenanzeigen (sogenannten Ghost Jobs). Die Studie wurde unter anderem von Entrepreneur aufgegriffen.

Wichtige Statistiken

  • 27,4 % der US-Stellenanzeigen auf LinkedIn sind vermutlich Ghost Jobs – Positionen, die vor mehr als 30 Tagen veröffentlicht wurden, ohne dass Anzeichen für eine aktive Personalsuche vorliegen. Das zeigt die ResumeUp.AI-Analyse von Ausschreibungen im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 21. August 2025.

  • In den zehn untersuchten US-Metropolen fielen 81.148 von rund 333.000 Anzeigen (24,4 %) in die Kategorie potenzieller Ghost Jobs.

  • Los Angeles (30,5 %) und Philadelphia (30,1 %) weisen die höchsten Raten auf – hier ist fast jede dritte Anzeige ein potenzieller Ghost Job.

  • New York verzeichnet die höchste absolute Zahl: 23.142 Anzeigen waren länger als 30 Tage online. Das entspricht 26,7 % aller Ausschreibungen der Stadt.

  • Seattle bietet mit 16,6 % den gesündesten Markt unter den untersuchten Städten, gefolgt von Boston mit 18,7 %.

  • Kanadas Quote (24,9 %) ist fast doppelt so hoch wie die in Großbritannien (14,2 %) und mehr als doppelt so hoch wie in Australien (10,9 %).

  • Die Daten von ResumeUp.AI decken sich mit unabhängigen Untersuchungen: Der ATS-Anbieter Greenhouse schätzt, dass 18 bis 22 % aller Online-Stellenanzeigen Ghost Jobs sind.

Was ist ein Ghost Job?

Ein Ghost Job (oder eine Schein-Stellenanzeige) ist eine Ausschreibung für eine Position, die das Unternehmen eigentlich nicht besetzen will – entweder, weil die Stelle nie existiert hat, oder weil derzeit keine konkrete Einstellung geplant ist. Der Congressional Research Service definiert Ghost Jobs als Online-Stellenanzeigen für Positionen, die nicht existieren oder deren Besetzung Arbeitgeber nicht unmittelbar planen.

Für Bewerbende sind die Folgen real: Stundenlange Arbeit für das Anpassen von Anschreiben und Lebenslauf, die im Nichts verpufft. Im Untersuchungszeitraum zählte die US-Arbeitsbehörde Bureau of Labor Statistics rund 7,2 Millionen offene Stellen. Wenn mehr als ein Viertel davon nicht aktiv besetzt wird, ist der reale Arbeitsmarkt deutlich kleiner als es die Zahlen vermuten lassen.

Ghost Jobs besonders in US-Metropolen verbreitet

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den US-Städten. Los Angeles führt die Liste an: 30,5 % der dortigen Anzeigen wurden als potenzielle Ghost Jobs eingestuft. Fast ein Drittel der insgesamt 32.930 untersuchten Ausschreibungen in Los Angeles bietet vermutlich keine echten Karrierechancen.

Knapp dahinter folgt Philadelphia mit 30,1 % potenziellen Ghost Jobs. Indianapolis belegt mit 27,8 % an Anzeigen, die länger als 30 Tage online sind, den dritten Platz.

Die absolute Spitzengruppe führt New York an: Über 23.000 Anzeigen waren länger als 30 Tage aktiv. Das sind 26,7 % aller Stellenanzeigen in der Metropole.

Die Tech-Hochburg San Francisco komplettiert die Top 5 mit einem Anteil von 26,0 %.

Die 5 US-Städte mit dem höchsten Anteil an Ghost Jobs

Rang

Stadt

Anteil Ghost Jobs

Gesamtzahl Ghost Jobs

1

Los Angeles

30,5 %

10.034

2

Philadelphia

30,1 %

6.198

3

Indianapolis

27,8 %

5.069

4

New York

26,7 %

23.142

5

San Francisco

26,0 %

6.528

Einige Städte zeigen aktivere Märkte

Nicht alle Regionen sind gleichermaßen betroffen. In Seattle ist das Problem am geringsten: Nur 16,6 % der Anzeigen blieben länger als 30 Tage online.

Boston verzeichnet mit 18,7 % die zweitniedrigste Quote, gefolgt von Dallas mit 20,1 %.

„Niedrigere Quoten in diesen Städten deuten auf eine aktivere Personalsuche oder effizientere Rekrutierungsprozesse hin“, erklärt Rohith, Gründer von ResumeUp.AI. „Bewerbende haben hier wahrscheinlich bessere Chancen, eine Rückmeldung auf ihre Bewerbung zu erhalten.“

Chicago und Atlanta belegen mit 21,6 % beziehungsweise 21,9 % die weiteren Plätze unter den Städten mit den wenigsten Ghost Jobs.

US-Städte mit dem geringsten Anteil an Ghost Jobs

Rang

Stadt

Anteil Ghost Jobs

Gesamtzahl Ghost Jobs

1

Seattle

16,6 %

3.546

2

Boston

18,7 %

4.593

3

Dallas

20,1 %

6.544

4

Chicago

21,6 %

8.180

5

Atlanta

21,9 %

7.314

Quoten nach Ländern im Vergleich

Die Studie hat auch drei Länder genauer analysiert. Kanada weist mit 24,9 % die höchste Quote auf. Das bedeutet, dass rund jede vierte der 236.743 geprüften Stellenanzeigen dort inaktiv sein dürfte.

Großbritannien verzeichnet eine Quote von 14,2 % und liegt damit deutlich unter den Werten Kanadas und der meisten untersuchten US-Städte.

Australien hat mit 10,9 % die niedrigste Quote. Das spricht für einen aktiveren Arbeitsmarkt und eine effizientere Pflege der Stellenanzeigen.

„Der Unterschied zwischen den Ländern ist beachtlich“, so Rohith. „In Großbritannien und Australien treffen Bewerbende auf deutlich weniger inaktive Anzeigen als in Kanada oder in vielen US-Städten.“

Starke länderspezifische Unterschiede bei Ghost Jobs

Die Schere zwischen den Ländern geht noch weiter auseinander als die zwischen den US-Städten. Kanada liegt mit einer Quote von 24,9 % (58.846 von 236.743 Anzeigen) auf dem Niveau der am stärksten betroffenen US-Metropolen. Großbritannien (14,2 %) und Australien (10,9 %) zeigen dagegen weitaus dynamischere Arbeitsmärkte, auf denen Anzeigen schneller aktualisiert werden.

Anteil der Ghost Jobs nach Ländern

Rang

Land

Ghost-Job-Quote

Inaktive Anzeigen

Analysierte Anzeigen gesamt

1

Kanada

24,9 %

58.846

236.743

2

Großbritannien

14,2 %

45.362

~319.000

3

Australien

10,9 %

10.645

~98.000

Quelle: ResumeUp.AI, 2026.

„Der Unterschied zwischen den Ländern ist beachtlich“, so Rohith. „In Großbritannien und Australien treffen Bewerbende auf deutlich weniger inaktive Anzeigen als in Kanada oder in vielen US-Städten.“

Vergleich mit anderen Forschungsergebnissen

Die Daten von ResumeUp.AI reihen sich am oberen Ende bestehender Studien ein:

  • Greenhouse, ein von vielen Unternehmen genutztes ATS, schätzt den Anteil der Ghost Jobs auf 18 bis 22 %. In der Baubranche (38 %) und im Kulturbereich (34 %) liegen die Werte sogar noch höher.

  • Der Congressional Research Service stufte Schein-Anzeigen in einem Bericht vom April 2025 als wachsende Herausforderung für den Arbeitsmarkt ein. Sie könnten gegen Verbraucherschutzrichtlinien verstoßen – auch wenn der Nachweis einer entsprechenden Absicht der Unternehmen rechtlich schwierig ist.

  • Wissenschaftliche Arbeiten in Fachzeitschriften wie Business Economics untersuchen bereits die Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt durch Ghost Jobs, darunter die unnötig aufgewendete Zeit bei der Jobsuche und verfälschte Statistiken zu offenen Stellen.

Die Definition von 30 Tagen Inaktivität in dieser Studie zieht ein weites Netz (siehe Einschränkungen der Methodik). Das erklärt, warum der Gesamtwert leicht über den Schätzungen von Greenhouse liegt. Dennoch zeigen alle aktuellen Untersuchungen, dass jede vierte bis sechste Anzeige inaktiv ist.

Warum Unternehmen Stellen ausschreiben, die sie nicht besetzen

Laut Recherchen des Congressional Research Service und Analysen von ResumeUp.AI gibt es dafür verschiedene Gründe:

  1. Aufbau eines Talentpools – das Sammeln von Bewerbungen für Stellen, die erst in der Zukunft relevant werden.

  2. Marktanalyse – das Testen von Gehaltsvorstellungen und der Verfügbarkeit von Fachkräften ohne akuten Bedarf.

  3. Signalisieren von Wachstum – aktive Anzeigen lassen Unternehmen gegenüber Investoren, der Konkurrenz und der eigenen Belegschaft gut dastehen.

  4. Veraltete Anzeigen – besetzte oder eingefrorene Stellen, die nicht gelöscht wurden, oder Portale, die Anzeigen ungefragt kopieren.

  5. Drittanbieter – Personalvermittlungen, die fiktive Stellen schalten, oder betrügerische Angebote, die bekannte Marken imitieren.

Erste gesetzliche Initiativen reagieren darauf: Im US-Bundesstaat New Jersey wurden Entwürfe eingebracht, nach denen Unternehmen angeben müssen, ob eine Stelle real vakant ist, und besetzte Positionen binnen zwei Wochen löschen müssen.

„Unsere Ergebnisse bestätigen das Bauchgefühl vieler Bewerbenden: Viele Online-Anzeigen sind nicht aktiv vorhanden“, sagt Reddy. „Unternehmen nutzen sie oft, um Pools aufzubauen, Gehälter zu vergleichen oder Wachstum vorzutäuschen.“

Was Bewerbende tun können

„Für Bewerbende bedeutet das oft viel vergebliche Mühe“, ergänzt Reddy. „Konzentriere dich auf sehr frische Anzeigen, nutze dein Netzwerk und greife auf Tools zurück, die Unternehmen mit echter Einstellungsabsicht herausfiltern.“

Tipps für die Praxis:

  • Fokussiere dich auf Anzeigen der letzten zwei Wochen. Je neuer ein Angebot, desto höher die Chance auf ein Vorstellungsgespräch.

  • Betrachte Anzeigen, die älter als 30 Tage sind, mit Skepsis. Manchmal handelt es sich um schwer zu besetzende Positionen, aber investiere hier nicht deine meiste Energie in die Anpassung von Lebenslauf und Anschreiben.

  • Achte auf Aktivitätssignale: Gibt es namentlich genannte HR-Kontakte? Gibt es aktuelle Teampostings des Unternehmens? Ist die Stelle auf der eigenen Karriereseite der Firma gelistet?

  • Suche gezielt in aktiven Regionen. Der Aufwand lohnt sich in Märkten mit niedrigen Quoten meist mehr.

Methodik

ResumeUp.AI hat Ende August 2025 LinkedIn-Stellenanzeigen aus zehn US-Metropolen sowie drei Ländern (Kanada, Großbritannien, Australien) erfasst. Der Untersuchungszeitraum umfasste Anzeigen, die zwischen dem 1. Januar und dem 21. August 2025 geschaltet wurden (233 Tage).

Die Anzeigen wurden nach ihrem Alter kategorisiert (30, 60, 90, 120 und 233 Tage). Eine Anzeige, die zum Zeitpunkt der Erfassung länger als 30 Tage online war, wurde als potenzieller Ghost Job eingestuft. Dies markiert den Punkt, an dem eine Anzeige die übliche Dauer eines aktiven Rekrutierungsprozesses überschreitet. Insgesamt wurden über 980.000 Anzeigen analysiert.

Einschränkungen der Methodik

  • Nur LinkedIn erfasst. Auf anderen Plattformen oder direkten Karriereseiten können die Quoten abweichen.

  • Aktualisierungen nicht erfasst. Wenn ein Unternehmen eine Anzeige löscht und direkt neu einstellt, erscheint sie in der Statistik als neu.

  • Momentaufnahme. Die Daten bilden den Zeitraum von Januar bis August 2025 ab; Marktbedingungen können sich dynamisch anpassen.

Zitierweise dieser Studie

ResumeUp.AI (2025). Ghost Jobs Statistics: Analysis of 980,000+ LinkedIn Job Listings Across the US, Canada, UK, and Australia. https://resumeup.ai/research/ghost-jobs-statistics

Du kannst die Daten dieser Untersuchung gerne unter Angabe der Quelle und Verlinkung nutzen. Der vollständige Datensatz ist auf Anfrage erhältlich. Für Presseanfragen wende dich bitte an rohith@resumeup.ai.

Presse-Echo: Entrepreneur — "1 in 4 Job Listings on LinkedIn Are Likely 'Ghost Jobs,' According to a New Report"


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist der Anteil an Ghost Jobs?

Die Analyse von ResumeUp.AI aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 27,4 % der US-Anzeigen auf LinkedIn vermutlich Ghost Jobs waren. Unabhängige Daten von Greenhouse schätzen den Anteil im Web auf 18 bis 22 %. Das bedeutet, dass etwa jede vierte bis fünfte Ausschreibung inaktiv ist.

Was versteht man unter einem Ghost Job?

Ein Ghost Job ist eine Stellenanzeige für eine Position, die das Unternehmen nicht zeitnah besetzen will – etwa weil sie bereits vergeben ist, die Stelle gar nicht existiert oder das Budget fehlt. Der Congressional Research Service definiert sie als Ausschreibungen für Stellen, die nicht existieren oder deren Besetzung nicht unmittelbar geplant ist.

Wie erkennt man einen Ghost Job?

Indizien sind ein Veröffentlichungsdatum von vor über 30 Tagen, fehlende konkrete Ansprechpartner, das Fehlen der Stelle auf der Firmenwebsite oder sehr allgemein gehaltene Aufgabenprofile. Am einfachsten filterst du nach Stellen der letzten zwei Wochen.

Warum schalten Unternehmen solche Anzeigen?

Gründe sind der Aufbau eines Pools für die Zukunft, Marktanalysen zu Gehältern, das Signalisieren von Wachstum nach außen oder schlicht das Vergessen, besetzte Stellen zu löschen.

Sind Ghost Jobs illegal?

In der Regel nicht, aber die rechtliche Lage ändert sich. Der Congressional Research Service merkt an, dass sie unter irreführende Praktiken fallen könnten. In den USA gibt es erste Gesetzesinitiativen, die eine Pflicht zur Angabe echter Vakanzen fordern.

Welche Stadt hat die meisten Ghost Jobs?

Prozentual führen Los Angeles (30,5 %) und Philadelphia (30,1 %). Die absolute Zahl ist in New York mit über 23.000 inaktiven Anzeigen am höchsten. Seattle schnitt unter den untersuchten Metropolen mit 16,6 % am besten ab.

Quellen

  1. Congressional Research Service — "Ghost" Job Postings (IF12977, April 2025)

  2. Entrepreneur — Bericht zur Studie von ResumeUp.AI (3. September 2025)

  3. Greenhouse-Schätzung zu Ghost Jobs, via LiveNOW/FOX

  4. Business Economics — "Ghost jobs, real costs: labor market distortions from ghost job postings"

  5. SHRM — Talent Acquisition Benchmarking (Durchschnittliche Zeit bis zur Besetzung)

Rohith Reddy, Autor und Mitgründer von ResumeUp.AI

Rohith Reddy

Mitgründer

Rohith Reddy ist Mitgründer von ResumeUp.AI und ehemaliger Hiring Manager mit über 500 technischen Interviews in einem Jahrzehnt, unter anderem bei ADP. Seine Arbeitsmarkt-Studien bei ResumeUp – etwa zu Ghost Jobs und den Auswirkungen von KI auf Einstiegsjobs – wurden von Entrepreneur aufgegriffen. Als Informatiker schreibt er darüber, worauf Recruiter und ATS-Systeme wirklich achten – aus beiden Perspektiven des Bewerbungsprozesses.

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Statistik zu Scheinausschreibungen: Laut einer Studie von ResumeUp.AI ist wahrscheinlich mehr als jede vierte Stellenanzeige in den USA ein „Ghost Job“

Eine neue Studie von ResumeUp.AI zeigt, dass es sich bei jedem vierten Stellenangebot auf LinkedIn wahrscheinlich um eine Scheinstelle handelt, bei der keine Absicht zur Einstellung besteht.

Rohith Reddy, Autor und Mitgründer von ResumeUp.AI

Rohith Reddy

Mitgründer

Rohith hat ResumeUp.AI nach zehn Jahren in der Softwareentwicklung und dem Aufbau von Teams mitgegründet. Er hat sein Informatikstudium am IIIT abgeschlossen und anschließend bei ADP, YuppTV und Paperguide gearbeitet. Als Hiring Manager hat er Teams geleitet und über 500 technische Vorstellungsgespräche geführt. Er schreibt aus beiden Perspektiven: was Recruiter wirklich in einer Stellenanzeige suchen und wie es sich für Bewerber anfühlt, einen Lebenslauf zu schreiben.

Zusammenfassung: ResumeUp.AI hat über 980.000 LinkedIn-Stellenanzeigen in zehn US-Metropolen sowie in Kanada, Großbritannien und Australien analysiert. Das Ergebnis: 27,4 % der US-Anzeigen – mehr als jede vierte – waren länger als 30 Tage online, ohne dass Anzeichen für eine aktive Personalsuche vorlagen. Das entspricht dem typischen Muster von Schein-Stellenanzeigen (sogenannten Ghost Jobs). Die Studie wurde unter anderem von Entrepreneur aufgegriffen.

Wichtige Statistiken

  • 27,4 % der US-Stellenanzeigen auf LinkedIn sind vermutlich Ghost Jobs – Positionen, die vor mehr als 30 Tagen veröffentlicht wurden, ohne dass Anzeichen für eine aktive Personalsuche vorliegen. Das zeigt die ResumeUp.AI-Analyse von Ausschreibungen im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 21. August 2025.

  • In den zehn untersuchten US-Metropolen fielen 81.148 von rund 333.000 Anzeigen (24,4 %) in die Kategorie potenzieller Ghost Jobs.

  • Los Angeles (30,5 %) und Philadelphia (30,1 %) weisen die höchsten Raten auf – hier ist fast jede dritte Anzeige ein potenzieller Ghost Job.

  • New York verzeichnet die höchste absolute Zahl: 23.142 Anzeigen waren länger als 30 Tage online. Das entspricht 26,7 % aller Ausschreibungen der Stadt.

  • Seattle bietet mit 16,6 % den gesündesten Markt unter den untersuchten Städten, gefolgt von Boston mit 18,7 %.

  • Kanadas Quote (24,9 %) ist fast doppelt so hoch wie die in Großbritannien (14,2 %) und mehr als doppelt so hoch wie in Australien (10,9 %).

  • Die Daten von ResumeUp.AI decken sich mit unabhängigen Untersuchungen: Der ATS-Anbieter Greenhouse schätzt, dass 18 bis 22 % aller Online-Stellenanzeigen Ghost Jobs sind.

Was ist ein Ghost Job?

Ein Ghost Job (oder eine Schein-Stellenanzeige) ist eine Ausschreibung für eine Position, die das Unternehmen eigentlich nicht besetzen will – entweder, weil die Stelle nie existiert hat, oder weil derzeit keine konkrete Einstellung geplant ist. Der Congressional Research Service definiert Ghost Jobs als Online-Stellenanzeigen für Positionen, die nicht existieren oder deren Besetzung Arbeitgeber nicht unmittelbar planen.

Für Bewerbende sind die Folgen real: Stundenlange Arbeit für das Anpassen von Anschreiben und Lebenslauf, die im Nichts verpufft. Im Untersuchungszeitraum zählte die US-Arbeitsbehörde Bureau of Labor Statistics rund 7,2 Millionen offene Stellen. Wenn mehr als ein Viertel davon nicht aktiv besetzt wird, ist der reale Arbeitsmarkt deutlich kleiner als es die Zahlen vermuten lassen.

Ghost Jobs besonders in US-Metropolen verbreitet

Die Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den US-Städten. Los Angeles führt die Liste an: 30,5 % der dortigen Anzeigen wurden als potenzielle Ghost Jobs eingestuft. Fast ein Drittel der insgesamt 32.930 untersuchten Ausschreibungen in Los Angeles bietet vermutlich keine echten Karrierechancen.

Knapp dahinter folgt Philadelphia mit 30,1 % potenziellen Ghost Jobs. Indianapolis belegt mit 27,8 % an Anzeigen, die länger als 30 Tage online sind, den dritten Platz.

Die absolute Spitzengruppe führt New York an: Über 23.000 Anzeigen waren länger als 30 Tage aktiv. Das sind 26,7 % aller Stellenanzeigen in der Metropole.

Die Tech-Hochburg San Francisco komplettiert die Top 5 mit einem Anteil von 26,0 %.

Die 5 US-Städte mit dem höchsten Anteil an Ghost Jobs

Rang

Stadt

Anteil Ghost Jobs

Gesamtzahl Ghost Jobs

1

Los Angeles

30,5 %

10.034

2

Philadelphia

30,1 %

6.198

3

Indianapolis

27,8 %

5.069

4

New York

26,7 %

23.142

5

San Francisco

26,0 %

6.528

Einige Städte zeigen aktivere Märkte

Nicht alle Regionen sind gleichermaßen betroffen. In Seattle ist das Problem am geringsten: Nur 16,6 % der Anzeigen blieben länger als 30 Tage online.

Boston verzeichnet mit 18,7 % die zweitniedrigste Quote, gefolgt von Dallas mit 20,1 %.

„Niedrigere Quoten in diesen Städten deuten auf eine aktivere Personalsuche oder effizientere Rekrutierungsprozesse hin“, erklärt Rohith, Gründer von ResumeUp.AI. „Bewerbende haben hier wahrscheinlich bessere Chancen, eine Rückmeldung auf ihre Bewerbung zu erhalten.“

Chicago und Atlanta belegen mit 21,6 % beziehungsweise 21,9 % die weiteren Plätze unter den Städten mit den wenigsten Ghost Jobs.

US-Städte mit dem geringsten Anteil an Ghost Jobs

Rang

Stadt

Anteil Ghost Jobs

Gesamtzahl Ghost Jobs

1

Seattle

16,6 %

3.546

2

Boston

18,7 %

4.593

3

Dallas

20,1 %

6.544

4

Chicago

21,6 %

8.180

5

Atlanta

21,9 %

7.314

Quoten nach Ländern im Vergleich

Die Studie hat auch drei Länder genauer analysiert. Kanada weist mit 24,9 % die höchste Quote auf. Das bedeutet, dass rund jede vierte der 236.743 geprüften Stellenanzeigen dort inaktiv sein dürfte.

Großbritannien verzeichnet eine Quote von 14,2 % und liegt damit deutlich unter den Werten Kanadas und der meisten untersuchten US-Städte.

Australien hat mit 10,9 % die niedrigste Quote. Das spricht für einen aktiveren Arbeitsmarkt und eine effizientere Pflege der Stellenanzeigen.

„Der Unterschied zwischen den Ländern ist beachtlich“, so Rohith. „In Großbritannien und Australien treffen Bewerbende auf deutlich weniger inaktive Anzeigen als in Kanada oder in vielen US-Städten.“

Starke länderspezifische Unterschiede bei Ghost Jobs

Die Schere zwischen den Ländern geht noch weiter auseinander als die zwischen den US-Städten. Kanada liegt mit einer Quote von 24,9 % (58.846 von 236.743 Anzeigen) auf dem Niveau der am stärksten betroffenen US-Metropolen. Großbritannien (14,2 %) und Australien (10,9 %) zeigen dagegen weitaus dynamischere Arbeitsmärkte, auf denen Anzeigen schneller aktualisiert werden.

Anteil der Ghost Jobs nach Ländern

Rang

Land

Ghost-Job-Quote

Inaktive Anzeigen

Analysierte Anzeigen gesamt

1

Kanada

24,9 %

58.846

236.743

2

Großbritannien

14,2 %

45.362

~319.000

3

Australien

10,9 %

10.645

~98.000

Quelle: ResumeUp.AI, 2026.

„Der Unterschied zwischen den Ländern ist beachtlich“, so Rohith. „In Großbritannien und Australien treffen Bewerbende auf deutlich weniger inaktive Anzeigen als in Kanada oder in vielen US-Städten.“

Vergleich mit anderen Forschungsergebnissen

Die Daten von ResumeUp.AI reihen sich am oberen Ende bestehender Studien ein:

  • Greenhouse, ein von vielen Unternehmen genutztes ATS, schätzt den Anteil der Ghost Jobs auf 18 bis 22 %. In der Baubranche (38 %) und im Kulturbereich (34 %) liegen die Werte sogar noch höher.

  • Der Congressional Research Service stufte Schein-Anzeigen in einem Bericht vom April 2025 als wachsende Herausforderung für den Arbeitsmarkt ein. Sie könnten gegen Verbraucherschutzrichtlinien verstoßen – auch wenn der Nachweis einer entsprechenden Absicht der Unternehmen rechtlich schwierig ist.

  • Wissenschaftliche Arbeiten in Fachzeitschriften wie Business Economics untersuchen bereits die Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt durch Ghost Jobs, darunter die unnötig aufgewendete Zeit bei der Jobsuche und verfälschte Statistiken zu offenen Stellen.

Die Definition von 30 Tagen Inaktivität in dieser Studie zieht ein weites Netz (siehe Einschränkungen der Methodik). Das erklärt, warum der Gesamtwert leicht über den Schätzungen von Greenhouse liegt. Dennoch zeigen alle aktuellen Untersuchungen, dass jede vierte bis sechste Anzeige inaktiv ist.

Warum Unternehmen Stellen ausschreiben, die sie nicht besetzen

Laut Recherchen des Congressional Research Service und Analysen von ResumeUp.AI gibt es dafür verschiedene Gründe:

  1. Aufbau eines Talentpools – das Sammeln von Bewerbungen für Stellen, die erst in der Zukunft relevant werden.

  2. Marktanalyse – das Testen von Gehaltsvorstellungen und der Verfügbarkeit von Fachkräften ohne akuten Bedarf.

  3. Signalisieren von Wachstum – aktive Anzeigen lassen Unternehmen gegenüber Investoren, der Konkurrenz und der eigenen Belegschaft gut dastehen.

  4. Veraltete Anzeigen – besetzte oder eingefrorene Stellen, die nicht gelöscht wurden, oder Portale, die Anzeigen ungefragt kopieren.

  5. Drittanbieter – Personalvermittlungen, die fiktive Stellen schalten, oder betrügerische Angebote, die bekannte Marken imitieren.

Erste gesetzliche Initiativen reagieren darauf: Im US-Bundesstaat New Jersey wurden Entwürfe eingebracht, nach denen Unternehmen angeben müssen, ob eine Stelle real vakant ist, und besetzte Positionen binnen zwei Wochen löschen müssen.

„Unsere Ergebnisse bestätigen das Bauchgefühl vieler Bewerbenden: Viele Online-Anzeigen sind nicht aktiv vorhanden“, sagt Reddy. „Unternehmen nutzen sie oft, um Pools aufzubauen, Gehälter zu vergleichen oder Wachstum vorzutäuschen.“

Was Bewerbende tun können

„Für Bewerbende bedeutet das oft viel vergebliche Mühe“, ergänzt Reddy. „Konzentriere dich auf sehr frische Anzeigen, nutze dein Netzwerk und greife auf Tools zurück, die Unternehmen mit echter Einstellungsabsicht herausfiltern.“

Tipps für die Praxis:

  • Fokussiere dich auf Anzeigen der letzten zwei Wochen. Je neuer ein Angebot, desto höher die Chance auf ein Vorstellungsgespräch.

  • Betrachte Anzeigen, die älter als 30 Tage sind, mit Skepsis. Manchmal handelt es sich um schwer zu besetzende Positionen, aber investiere hier nicht deine meiste Energie in die Anpassung von Lebenslauf und Anschreiben.

  • Achte auf Aktivitätssignale: Gibt es namentlich genannte HR-Kontakte? Gibt es aktuelle Teampostings des Unternehmens? Ist die Stelle auf der eigenen Karriereseite der Firma gelistet?

  • Suche gezielt in aktiven Regionen. Der Aufwand lohnt sich in Märkten mit niedrigen Quoten meist mehr.

Methodik

ResumeUp.AI hat Ende August 2025 LinkedIn-Stellenanzeigen aus zehn US-Metropolen sowie drei Ländern (Kanada, Großbritannien, Australien) erfasst. Der Untersuchungszeitraum umfasste Anzeigen, die zwischen dem 1. Januar und dem 21. August 2025 geschaltet wurden (233 Tage).

Die Anzeigen wurden nach ihrem Alter kategorisiert (30, 60, 90, 120 und 233 Tage). Eine Anzeige, die zum Zeitpunkt der Erfassung länger als 30 Tage online war, wurde als potenzieller Ghost Job eingestuft. Dies markiert den Punkt, an dem eine Anzeige die übliche Dauer eines aktiven Rekrutierungsprozesses überschreitet. Insgesamt wurden über 980.000 Anzeigen analysiert.

Einschränkungen der Methodik

  • Nur LinkedIn erfasst. Auf anderen Plattformen oder direkten Karriereseiten können die Quoten abweichen.

  • Aktualisierungen nicht erfasst. Wenn ein Unternehmen eine Anzeige löscht und direkt neu einstellt, erscheint sie in der Statistik als neu.

  • Momentaufnahme. Die Daten bilden den Zeitraum von Januar bis August 2025 ab; Marktbedingungen können sich dynamisch anpassen.

Zitierweise dieser Studie

ResumeUp.AI (2025). Ghost Jobs Statistics: Analysis of 980,000+ LinkedIn Job Listings Across the US, Canada, UK, and Australia. https://resumeup.ai/research/ghost-jobs-statistics

Du kannst die Daten dieser Untersuchung gerne unter Angabe der Quelle und Verlinkung nutzen. Der vollständige Datensatz ist auf Anfrage erhältlich. Für Presseanfragen wende dich bitte an rohith@resumeup.ai.

Presse-Echo: Entrepreneur — "1 in 4 Job Listings on LinkedIn Are Likely 'Ghost Jobs,' According to a New Report"


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist der Anteil an Ghost Jobs?

Die Analyse von ResumeUp.AI aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 27,4 % der US-Anzeigen auf LinkedIn vermutlich Ghost Jobs waren. Unabhängige Daten von Greenhouse schätzen den Anteil im Web auf 18 bis 22 %. Das bedeutet, dass etwa jede vierte bis fünfte Ausschreibung inaktiv ist.

Was versteht man unter einem Ghost Job?

Ein Ghost Job ist eine Stellenanzeige für eine Position, die das Unternehmen nicht zeitnah besetzen will – etwa weil sie bereits vergeben ist, die Stelle gar nicht existiert oder das Budget fehlt. Der Congressional Research Service definiert sie als Ausschreibungen für Stellen, die nicht existieren oder deren Besetzung nicht unmittelbar geplant ist.

Wie erkennt man einen Ghost Job?

Indizien sind ein Veröffentlichungsdatum von vor über 30 Tagen, fehlende konkrete Ansprechpartner, das Fehlen der Stelle auf der Firmenwebsite oder sehr allgemein gehaltene Aufgabenprofile. Am einfachsten filterst du nach Stellen der letzten zwei Wochen.

Warum schalten Unternehmen solche Anzeigen?

Gründe sind der Aufbau eines Pools für die Zukunft, Marktanalysen zu Gehältern, das Signalisieren von Wachstum nach außen oder schlicht das Vergessen, besetzte Stellen zu löschen.

Sind Ghost Jobs illegal?

In der Regel nicht, aber die rechtliche Lage ändert sich. Der Congressional Research Service merkt an, dass sie unter irreführende Praktiken fallen könnten. In den USA gibt es erste Gesetzesinitiativen, die eine Pflicht zur Angabe echter Vakanzen fordern.

Welche Stadt hat die meisten Ghost Jobs?

Prozentual führen Los Angeles (30,5 %) und Philadelphia (30,1 %). Die absolute Zahl ist in New York mit über 23.000 inaktiven Anzeigen am höchsten. Seattle schnitt unter den untersuchten Metropolen mit 16,6 % am besten ab.

Quellen

  1. Congressional Research Service — "Ghost" Job Postings (IF12977, April 2025)

  2. Entrepreneur — Bericht zur Studie von ResumeUp.AI (3. September 2025)

  3. Greenhouse-Schätzung zu Ghost Jobs, via LiveNOW/FOX

  4. Business Economics — "Ghost jobs, real costs: labor market distortions from ghost job postings"

  5. SHRM — Talent Acquisition Benchmarking (Durchschnittliche Zeit bis zur Besetzung)